Train Your Ears EQ Edition 2 Review

(v 2.4.1, Stand 15.04.2020)

  1. Grundlegende Funktionen und Aufbau der Software
  2. Anwendung
  3. Subjektive Langzeit – Erfahrungswerte und der daraus resultierende Nutzen des Programms

  1. Grundlegende Funktionen und Aufbau der Software

Train Your Ears EQ Edition 2 ist eine Gehörbildungssoftware, die hilft, sich den Klang verschiedener Frequenzbereiche anzulernen, Lautstärkenverhältnisse und Balancen derselben zueinander zu erkennen und langfristig zu merken. 

Dabei funktioniert das Programm so: Es gibt einen Player, der das Audiomaterial für die Übungen liefert. Die Software boostet oder cuttet anschließend bestimmte Frequenzen und man muss die Änderungen erraten oder diese korrigieren. 

Player: Audio – Player, Rauschen oder Live – Monitoring

Dabei kann man zwischen verschiedenen Übungen und Schwierigkeitsgraden im „Trainings – Designer“ wählen, die sich zB in der Intensität der Anhebung unterscheiden: ein Boost von 9dB ist sehr viel einfacher wahrzunehmen als eine Anhebung von 3dB. 

So kann man mit einer einfacheren Übung anfangen und sich nach und nach verbessern und mit den Übungen voranschreiten. 

Trainings – Designer: Modi „Korrigieren“ oder „Vermuten“

Man kann die bereits vorinstallierten nutzen, auch kann man selbst eigene Übungen erstellen und viele Parameter ändern, zum Beispiel alternative Frequenzbänder auswählen:

Q – Faktor einstellen, versch. Arten an Filtern zur Auswahl

Eine tolle Funktion: Man kann auch Plugins einbinden in das Programm. Praktisch, falls man Korrektursoftware verwendet wie zB Sonarworks.
Auch um verschiedene Kompressoren vergleichen zu können oder um Audiomaterial visuell via Metering – Tools zu analysieren ist das sehr praktisch.

3 verscheidene Slots für VST oder AU – Plugins vorhanden
Eigene Plugins wie zB Analyzer können eingebunden werden.

2. Anwendung

Einstellungsmöglichkeiten Train Your Ears‘.

Die Software kann auf verschiedenen Treibern arbeiten, hat bei mir problemlos alle Interfaces erkannt. Train Your Ears kann Sample – Rates bis zu 96kHz auslesen und kommt mit allen gängigen Audioformaten zurecht. Sehr cool: Man kann wie in der DAW eine IN/OUT Latenz in Samples einstellen oder je nach Soundkarte routen.

Unter „Übung beginnen“ kann man nun trainieren. Je nachdem welche Parameter man sich im Trainings – Designer ausgesucht hat variieren die Auswahlmöglichkeiten:

28 Frequenzbänder inkl. Boosts bzw. Cuts von 3 bis 18 dB stehen zur Auswahl

Nach Erraten (oder Nicht – Erraten) wird das Ergebnis in einem kleinen Diagramm oben rechts angezeigt. So kann man nun weiter verfahren.

Darstellung in grafischer Form

Die Software – Hersteller veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Pakete an Übungen auf Ihrer Seite, die oft von Engineers zusammen gestellt wurden und verschiedene Herausforderungen bieten.

3. Subjektive Langzeit – Erfahrungswerte und resultierender Nutzen des Programms

Ich nutze Train Your Ears seit nun fast 3 Jahren täglich ca 30 Minuten, wobei 100 Übungen vollzogen werden, bei denen von meiner Wenigkeit die Antwort mal mehr, mal weniger gut erraten wird.

So komme ich in der Woche auf 700 Test, meist mit einer Wahrscheinlichkeit von ca 65% korrekter Antworten bei +-3dB über den vollen Frequenzgang bei einem Q – Faktor von „3“.

Dabei werden Kopfhörer sowie Speaker genutzt. Dadurch, dass die Übungen regelmäßig – wie beim Üben mit einem Instrument – vollzogen wird hat man sich den Klang und die Tatsache, wie Anhebungen oder Absenkungen in verschiedenen Bereichen klingen und aufeinander einwirken nicht nur im schnellen AB – Vergleich gemerkt, sondern langfristig im Hirn verankert und zur Intuition gemacht. In der Praxis äußert sich das so, dass man bei erforderlichen Schritten in der Post – Produktion von Audiomaterial intuitiv zum EQ greift.

Selbiger wird nicht nur ein Tool zum frequenzselektiven Eingriff, sondern auch als ein Werkzeug, um Tiefe zu kreiren, um Signale nach vorne zu holen oder mehr im Mix verschwinden zu lassen verstanden.

Wenn man oben genannte Statistik als Grundlage verwendet kann man selbige auch so interpretieren: Wenn ich im Mixing – Prozess zum EQ greife, um eine Frequenz zu korrigieren werde ich mich in meist 65% der Fälle im richtigen Frequenzbereich, wenn nicht direkt auf der richtigen Frequenz befinden.

Dieses Lernen und ist natürlich etwas, das mit normalem Equalizer – Einsatz im Laufe der Zeit im Studio – Alltag sowieso passiert. Durch solche Programme wie Train Your Ears kann man diesen Prozess des Lernens und Verinnerlichens aber meiner Meinung nach drastisch beschleunigen.

Ich kann deshalb nur jedem, der überlegt, sich die Software zu kaufen, das Programm ans Herz legen. Wer seine Mixing.- oder EQ – Skills verbessern möchte, der wird die 49 Euro für das Programm gut investiert wissen.

Meiner Meinung nach eine langfristig deutlich effektivere Verbesserung als jedes Plugin, denn wie man so schön sagt: „Its your ear, not the gear.“

Link: https://www.trainyourears.com


Wer Fragen hat gerne schreiben. Liebe Grüße! =)

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